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Bewegende Spurensuche in Hallenberg

17.06.2011 - 14:17 /

Eine bewegende Spurensuche hat Christiane Juret von der Insel La Reunion im Indischen Ozean nach Hallenberg geführt.

Drei Jahre hat ihr Vater dort als französischer Kriegsgefangener verbracht. Seine Tagebücher weisen der 72-Jährigen den Weg. Begleitet wird sie von Régine und Karl-Heinz Heßling aus Hemer. Régine Heßling war auf ein bemaltes Taschentuch von Jean Batriaud gestoßen und hatte über eine Internetgruppe von Angehörigen französischer Kriegsgefangener den Kontakt zu Christiane Juret aufgenommen. Die Väter der beiden Frauen waren von 1943 bis 1. April 1945 gemeinsam als Kriegsgefangene in Langeneicke bei Geseke. Unter der Nummer 16032 war Jean Batriaud zunächst im Kriegsgefangenen-Lager Stalag VIA in Hemer registriert und von dort nach Hallenberg gebracht worden. Sein Tagebuch dort beginnt am 2. Juli 1940. Letzter Eintrag: 5. April 1943. An dem Tag wurde er nach Langeneicke verlegt. Seine Tochter Christiane stellte anhand seiner sehr detailierten Tagebuchaufzeichnung fest, dass sich ihr Vater in der Nuhnestadt offenbar sehr gut behandelt wurde und viele Kontakte zu Einheimischen hatte. Bei ihrer Spurensuche in Hallenberg wurde die 72-jährige Französin durch Ortsvorsteher Leonhard Schäfer und Michael Mause, dem Vorsitzenden des Fördervereins Heimat-Brauchtum-Kultur, unterstützt. Gemeinsam mit ihnen hat sie diverse Betriebe besucht, in denen ihr Vater als Kriegsgefangener arbeitete.

Auch bei einem Treffen mit den drei Zeitzeugen, Wendelin Schöttler, Heinrich Heikamp und Albert Müller und dem Stadtarchivar Georg Glade, konnte die weitgereiste Frau viele interessante Details erfahren. Wendelin Schöttler konnte sich beispielsweise gut erinnern, dass bei ihnen Zuhause damals Kriegsgefangene im Einsatz waren, die teilweise auch sehr gute Kontakte zur Familie hatten. Das bestätigt ein Tagebuch-Eintrag von Jean Batriaud von 29. September 1940. Der französische Soldat hatte vermerkt: 8.30 Uhr Messe, 11 Uhr Mittagessen bei Schöttler. Es gab ein halbes Hähnchen und ein Glas Wein. Getroffen hat Christiane Juret auch eine Hallenbergerin, die als Kind zu Weihnachten ein Puppenhaus geschenkt bekam, das offenbar Jean Batriaud gebaut hatte. Die Gefangenen mussten hart arbeiten. So dokumentiert das Tagebuch, dass der Franzose bei 1,40 Meter Schneehöhe und Minustemperaturen bis 30 Grad in den Wald zum Arbeiten musste.  Wer Infos, Erinnerungen, Bilder oder Dokumente hat, die er Christiane Juret mit auf den Weg geben möchte, kann sich bei M. Mause, Tel. 02984-9219-0, melden.


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