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Kein Brennholz in Selbstwerbung

09.01.2012 - 14:42 /

Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig entschieden, dass wegen der Unfallgefahren künftig keine Abgabe von Brennholz in Selbstwerbung mehr erfolgen soll.

Private Selbstwerber sind Personen, die gelegentlich Brennholz für den Eigenbedarf aufarbeiten, hierbei eigennützig und weisungsfrei handeln sowie in keinem Beschäftigungsverhältnis zum Waldbesitzer stehen. Für diesen Personenkreis besteht kein Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Der Ansturm von Privatpersonen auf das Brennholz im Wald birgt große Gefahren. So haben sich allein im vergangenen Jahr 2011 in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Münster vier und im Jahr 2010 fünf tödliche Unfälle ereignet, weil Menschen beim Umgang mit der Motorsäge Fehler gemacht oder die besondern Gefahren beim Baumfällen nicht genügend beachtet haben.

Aufgrund der Besonderheiten der Waldarbeit sind gefahrenträchtige Situationen insbesondere bei Selbstwerbereinsätzen an der Tagesordnung. Sollte es zum Unfall kommen, stellt sich auch die Haftungsfrage gegen den Waldbesitzer. Daher sind zivil- und strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen der Stadt im Falle eines Unfalls nicht auszuschließen.

Der Landesbetrieb Forst- und Holz und das Regionalforstamt Schmallenberg haben die Stadt dringend davor gewarnt, die Holzernte für Selbstwerber weiterhin zuzulassen. In einem Gespräch mit der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurde  ebenfalls  dringend  empfohlen, wegen der erheblichen Unfallgefahren und dem Haftungsrisiko keine Privatpersonen mehr zum Holzeinschlag auf die Städtischen Forstflächen zu lassen.

Es ist unbestritten, dass viele Selbstwerber langjährige Erfahrungen mit dem Holzeinschlag haben. Aber selbst bei erfahrenen Forstleuten sind schon Unfälle, auch tödliche Unfalle passiert. Gerade bei privaten Selbstwerbern passieren genügend Unfalle oft, weil es diesen an Erfahrung fehlt oder sie sich überschätzen. Vor allem der Umgang mit der Motorsäge überfordert viele und auch ein kurzer Motorsägenlehrgang reicht nicht aus.  

Im Schadensfall werden viele Fragen gestellt. Wer ist Waldbesitzer? Wer ist verantwortlich? Wie hätte man den Unfall verhindert können? Hat sich der Waldbesitzer von der Sachkunde, von der Schutzkleidung usw. überzeugt?  Auch eine schriftliche Erklärung über die Sicherheitsunterweisung und über die  Teilnahme an einem Kettensägelehrgang reicht im Unglücksfall nicht aus und die Haftung und evtl. Versäumnisse des Grundeigentümers werden untersucht.

Durch das Unglück bei der Love-Parade oder den Schützenfestunfall von Menden haben sich viele Sichtweisen zur Haftung geändert. Weder der Bürgermeister, noch die Förster und die Mitglieder des Stadtrates können diese Verantwortung übernehmen und bitten alle Betroffenen dafür um Verständnis. Diese Entscheidung wurde nicht aus Willkür getroffen, aber niemand kann die Stadt und ihre  verantwortliche Personen aus der Verantwortung entlassen.
Selbstverständlich bleibt der Erwerb und die Aufarbeitung von Brennholz lang am Weg bleibt weiterhin möglich.  


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