Breitbandversorgung in Hallenberg

Die Versorgung mit schnellen und leistungsfähigen Internetanschlüssen („Breitbandversorgung“) ist heutzutage ein Schlüsselelement und Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Wachstum von Unternehmen.

Aber auch für viele Bürgerinnen und Bürger gehört eine schnelle Internetverbindung zur Grundversorgung, da es die Attraktivität des Wohnortes stärkt und zudem häufig die Wohnsitzwahl junger Familien beeinflusst. Es ist somit ein wesentliches Element, um ländliche Orte zukunftsfähig zu gestalten.

Um auch in einer ländlich geprägten Region wie der Stadt Hallenberg zukunftsfähige Breitbandnetze zu etablieren, stehen auf Landes- und Bundesebene verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Hierbei ist zu beachten, dass im Stadtgebiet Hallenberg keine einheitliche Versorgungslage geben ist. Während in der Kernstadt eine Versorgungsmöglichkeit mit einem breitbandfähigen Kabelnetz mit (aktuell) bis zu 500 MBit/s besteht, sind solche Anbindungsmöglichkeiten in den Ortsteilen nicht gegeben. Auch unterscheiden sich die jeweiligen Ortnetze in den Ortsteilen hinsichtlich der tatsächlich realisierbaren Versorgungsraten untereinander.

Nachfolgend möchten wir Ihnen die bereits abgeschlossenen sowie geplanten Ausbaumaßnahmen vorstellen:

Braunshausen und Hesborn (GAK-Förderung)

Status: abgeschlossen

Die Ortsteile Braunshausen und Hesborn galten als unterversorgt im Sinne der durch das Land NRW herausgegebenen GAK-Förderrichtlinie ("Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Raum in NRW ELER"). Im Jahr 2016 wurde durch den Stadtrat beschlossen, die Ortsteile Braunshausen und Hesborn im Rahmen dieses Förderprogramms ausbauen zu lassen.

Der Hochsauerlandkreis hat federführend für seine kreisangehörigen Gemeinden die im Rahmen dieser beiden Förderinstrumente erforderlichen Markterkundungsverfahren sowie Interessenbekundungsverfahren durchgeführt.

Im November 2018 konnte diese Ausbaumaßnahme abgeschlossen werden, so dass nun dort über 900 der Haushalte auf schnelles Internet zugreifen können. Da direkt bei Inbetriebnahme des Netzes Vectoring eingeschaltet werden konnte, steigt das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s, je nach Entfernung zum nächsten Kabelverteiler.

Umgesetzt wurde die Ausbaumaßnahme durch die Deutsche Telekom. Es handelt sich hierbei um einem Ausbau nach FTTC („Fibre to the curb“). Bei FTTC wird das Kupferkabel zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Kabelverzweiger (KVZ) in den Ortsteilen durch Glasfaserkabel ersetzt. Vier neue Multifunktionsgehäuse wurden aufgebaut sowie rund 12 km Glasfaserkabel verlegt, um die Glasfaserkabel näher an die Häuser zu bringen. Dort steht jetzt die Hardware zur Verfügung, über die sogenannte Vectoring-Technik die Glasfaser mit den Kupferkabeln in den Hausanschlüssen zu verbinden und die schnellen Übertragungsraten zu ermöglichen.

Gefördert wurde die sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ des Telekommunikationsanbieters, da ein Ausbau vor allem in kleinerer Ortslagen häufig unwirtschaftlich ist. Insgesamt betrug der Zuschussbedarf rund 100.000 Euro und wurde dabei mit einem Fördersatz von 75% durch das Land NRW unterstützt. Der verbleibende Eigenanteil von rund 25.000 Euro wurde durch die Stadt Hallenberg übernommen.

Liesen sowie Gewerbegebiet Lehmbach (3. Call Bundesförderung)

Status: Ausbau läuft bis Ende 2020

Der Hochsauerlandkreis und seine 12 Kommunen werden mit Hilfe des 3. Calls des Bundes-Förderprogamms "Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland" alle unterversorgten Gewerbe- und Ortslagen im Ausbaugebiet per Glasfaser an mindestens 100 Mbit pro Sekunde schnelles Internet anbinden. Das Gesamtvolumen des Netzausbaus im Hochsauerlandkreis beläuft sich auf 31 Mio. Euro. 

Die Stadt Hallenberg wird sich dort mit dem Ortsteil Liesen sowie dem Gewerbegebiet Lehmbach beteiligen. Der Breitbandausbau des Ortsteils Liesen als auch des Gewerbegebiets Lehmbach erfolgt hierbei in der sogenannten FTTH-Technik („Fiber to the home“). Der Glasfaser-Hausanschluss wird bis zum Anschlusspunkt kostenlos zum Haus gelegt. Hierdurch wird für die Unternehmen und privaten Haushalte eine zukunftsfähige hochleistungsfähige Telekommunikationsinfrastruktur geschaffen.

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitungszeit hat der Hochsauerlandkreis im Frühjahr 2019 die Zusage für die Fördermittel erhalten. In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren hat sich die Deutsche Telekom durchgesetzt. Der gesamte Ausbau im Hochsauerlandkreis wird bis Ende des Jahres 2020 abgeschlossen sein.

Der Ausbau des Ortsteils Liesen sowie des Gewerbegebiets Lehmbach wird hierbei durch den Bund sowie das Land NRW mit einem Zuwendungsbetrag von rund 1.170.000 € (zusammen 90 % Förderquote) gefördert. Die Stadt Hallenberg übernimmt den verbleibenden Eigenanteil von etwa 130.000 €.

Der Ausbau des Gewerbegebietes Lehmbach wurde mittlerweile abgeschlossen, der Beginn des Ausbaus des Ortsteils Liesen ist für September 2020 vorgesehen.

Aktuelle Informationen zum Umsetzungsstand können im Internetangebot des Hochsauerlandkreises unter folgender Adresse abgerufen werden.
http://www.hochsauerlandkreis.de/breitband

Außenbereiche/weiße Flecken (6. Call Bundesförderung)

Status: im Ausschreibungsverfahren

Die Förderbedingungen des 6. Calls der Bundesförderprogramms brachten gegenüber vorherigen Förderungen einige wesentliche Änderungen mit sich. Waren zuvor nur gesamte Ortslagen förderfähig, erfolgt jetzt auch eine Betrachtung von Einzellagen. Dies bedeutet, dass grundsätzlich jeder Einzelstandort mit einer aktuell verfügbaren Bandbreite von weniger als 30 Mbit/s förderfähig i.S.d. der Förderrichtlinie wäre.

Der Hochsauerlandkreis führt dieses Förderverfahren wie bereits beim 3. Call wieder für alle Städte im HSK zentral durch. Die Überprüfung des Hallenberger Stadtgebietes hat eine Anzahl von ca. 90 Gebäuden ergeben, die im Rahmen dieser Förderung erschlossen werden können. Eine erste grobe Schätzung durch den Breitbandkoordinator des Hochsauerlandkreises ergibt Kosten in Höhe von ca. 1,5 Mio. €. Hiervon müsste die Stadt Hallenberg einen Eigenanteil von ca. 10 % - somit 150.000 € - tragen. Die genauen Kosten können erst im Verfahren ermittelt werden, wenn die Ausschreibung durchgeführt wurde.

Eine Realisierung ist frühestens ab 2021 vorgesehen. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren.

Glasfaseranbindung von Schulen

Status: Ausschreibung abgeschlossen, Förderantrag gestellt

Durch das Land NRW wurde das Programm „NRW-Schulen ans Gigabit-Netz“ vorgestellt, welches eine geförderte breitbandige Erschließung des Schulzentrums in Hallenberg mit einer Glasfaseranbindung ermöglicht.

Nach der „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Glasfaseranbindung der öffentlichen Schulen und der genehmigten Ersatzschulen“ können durch Gemeinden in ihrer Eigenschaft als Schulträger die leitungsgebundene Anbindung von Schulgebäuden beantragen, um eine dauerhafte Breitbandversorgung von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde symmetrisch (Gigabitnetz) am Schulgebäude zu gewährleisten. 

Der Fördersatz beträgt bei Schulen in kommunaler Trägerschaft 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Gemeinden ohne ausgeglichenen Haushalt mit oder ohne genehmigtes Haushaltssicherungskonzept und Stärkungspaktkommunen können eine 100 %-Förderung beantragen. Der Förderhöchstbetrag beträgt für beide Fördergegenstände insgesamt 300.000 €. Die Förderung darf mit anderen Förderungen für dieselben Ausgaben nicht kumuliert werden.

Der Rat der Stadt Hallenberg hat am 15.05.2019 beschlossen, einen Förderantrag für die Erschließung der Grundschule Hallenberg zu stellen. Nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens wurde der Förderantrag gestellt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu dem Breitbandausbau im Rahmen der Bundesförderung erhalten Sie auf den Internetseiten des Hochsauerlandkreis:

www.hochsauerlandkreis.de

 


Ihre Ansprechperson


Schnorbus, Holger

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