Highlights

Ausstellung „Mythos Leni Riefenstahl – Fotografie. Film. Dokumentation.“ wird eröffnet

Den Auftakt ins Jubiläumsjahr des Kump gibt die Ausstellung „Mythos Leni Riefenstahl – Fotografie. Film. Dokumentation.“ Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 31. März 2016 ab 19:00 Uhr im Kump statt. Alle Bürger und Gäste sind herzlich eingeladen.

Leni Riefenstahl zählt zu den umstrittensten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Von vielen verehrt als geniale Künstlerin, die mit ihren innovativen Ideen Meilensteine des Dokumentarfilms setzte, von anderen verachtet als „die interessanteste, begabteste und wirkungsvollste Nazikünstlerin“ (Susan Sontag). Gerade diese Ambivalenz ist es wohl, die den Reiz und die Faszination der bis zu ihrem Tod im Jahre 2003 unbeugsamen Schauspielerin, Regisseurin und Fotografin ausmachen.

Geboren im August 1902, begann Riefenstahl in den 1920er Jahren eine vielversprechende Karriere als Tänzerin, die 1924 durch einen Unfall abrupt endete. Fasziniert von der Arbeit des Regisseurs Arnold Fanck, dem Begründer des deutschen Bergfilms, bemühte sie sich um ein Engagement als Schauspielerin unter seiner Leitung. Mit dem Film „Der heilige Berg“ – dem ersten internationalen Erfolg des Regisseurs – gelangte sie 1926 an der Seite von Luis Trenker zu großem Ruhm, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Geprägt von Fancks Darstellungsweise der alpinen Natur als Schicksalsmacht verwirklichte Riefenstahl 1932 ihre erste eigene Regiearbeit: Für „Das blaue Licht“, dessen Protagonistin „Junta“ sie selbst spielte, erhielt sie international Lob und Anerkennung.

Hitler, von ihrer Arbeit beeindruckt, beauftragte sie nur ein Jahr später mit der filmischen Inszenierung der Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg. Im Gegensatz zu den trockenen Berichten der Wochenschau sollte Riefenstahl die Zuschauer mit ihrer modernen Ästhetik mitreißen. Während der erste der Reichsparteitagsfilme, „Sieg des Glaubens“ (1933) noch von den bescheideneren Rahmenbedingungen zeugt, gelang ihr mit „Triumph des Willens“ (1934) die perfekte Inszenierung der nationalsozialistischen Bewegung und Hitlers in seinem Selbstverständnis als „Führer“.

Den künstlerischen Höhepunkt ihrer Karriere im Dienste des Regimes erreichte Leni Riefenstahl mit ihrer zweiteiligen Dokumentation über die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Auf persönlichen Wunsch Hitlers schuf sie unter einzigartigen Bedingungen ein Werk, das sich mit seinen betont schönen Bildern von menschlicher Kraft und Bewegung nahtlos in die nationalsozialistische Ästhetik einfügte.

Im Zuge der Entnazifizierung lediglich als „Mitläuferin“ eingestuft, konnte Leni Riefenstahl Mitte der 1950er Jahre ihren zweiten, bereits 1939 begonnenen Spielfilm „Tiefland“ vollenden und mit mäßigem Erfolg veröffentlichen. Als Regisseurin wegen ihrer Kooperation mit den nationalsozialistischen Machthabern stark umstritten, begann sie mit ihrer Arbeit über den sudanesischen Stamm der Nuba eine Karriere als Fotografin. Über 70-jährig kehrte sie nochmals zum Film zurück und drehte den Dokumentarfilm „Impressionen unter Wasser“, der pünktlich zu ihrem 100. Geburtstag erschien.

Bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 wies Leni Riefenstahl jede künstlerische und politische Verantwortung von sich und betonte bis zuletzt: „Ich war nie eine Nazi und will auch keine bleiben“.

Zur Ausstellungseröffnung am 31. März 2016 um 19:00 Uhr im Inforzentrum Kump sind alle Bürger und Gäste herzlich eingeladen.

nach
oben