News

Hinweise zur Badesaison 2026

Naturbad Hallenberg bleibt geschlossen - Stadt sichert alternatives Angebot und prüft Zukunftsperspektiven

Der Rat der Stadt Hallenberg hat in seiner Sitzung am 15. April 2026 einstimmig beschlossen, das Naturbad in der Sommersaison 2026 nicht zu öffnen. Diese Entscheidung ist den Mandatsträgern nicht leichtgefallen, wurde jedoch nach sorgfältiger Abwägung aller relevanten Aspekte getroffen.

Vor dem Hintergrund des bestehenden Sanierungsbedarfs in Verbindung mit der angespannten Haushaltslage wurden dabei alle Aspekte gewürdigt, um letztendlich eine verantwortungsvolle aber auch wirtschaftliche und nachhaltige Entscheidung zu treffen. 

Sanierungsbedarf und finanzielle Herausforderungen

Das Naturbad Hallenberg weist einen grundlegenden Sanierungsbedarf auf, da Teile der technischen Anlagen und Infrastruktur abgängig sind und somit nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Zusätzlich bestehen weiterhin erhebliche Wasserverluste, deren Ursachen trotz intensiver Untersuchungen bislang nicht vollständig behoben werden konnten. Auch hier könnten weitere aufwendige bauliche Maßnahmen erforderlich werden, da grundlegende strukturelle Schäden oder Undichtigkeiten im Becken oder Leitungsnetz vermutet werden.

Zur Sanierung des Naturbades wurde daher bereits im vergangenen Jahr ein grundlegendes Sanierungskonzept erarbeitet und öffentlich vorgestellt, welche mit einem Investitionsvolumen von rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt wurde. Zu den erforderlichen Maßnahmen zählen insbesondere die Erneuerung des Beckens (Umbau auf ein Edelstahlbecken), der technischen Anlagen und der Wasseraufbereitung, die Modernisierung der Infrastruktur im Eingangsbereich sowie Maßnahmen zur nachhaltigen Wassererwärmung und zur Sicherstellung hygienischer und sicherheitsrelevanter Standards.

Für die Umsetzung einer solchen Sanierung wurde zunächst ein Förderzugang aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt. Erst auf Grundlage einer noch ausstehenden Förderzusage, welcher ein mehrstufiges Verfahren vorgeschaltet ist, kann über die zukünftige Ausrichtung der Bäderlandschaft in Hallenberg beraten und eine verlässliche Entscheidung getroffen werden.

Prüfung eines Weiterbetriebes vor Sanierung

Trotz bereits umgesetzter Maßnahmen zur Sicherstellung der Betriebs- und Verkehrssicherheit, wären für eine Badesaison 2026 weitere Arbeiten notwendig geworden, um einen sicheren und technisch einwandfreien Badebetrieb zu gewährleisten. Hierzu zählen die Instandsetzung bzw. der Austausch von Pumpentechnik, der Aushub des Filterbeckens oder auch die Reinigung des Drüsenstrangs. Aufgrund der weiterhin bestehenden erheblichen Wasserverluste würde ein Betrieb zusätzlich unverhältnismäßig hohe Betriebskosten verursachen.

Angesichts der angespannten Haushaltslage stellt sich neben den Investitionskosten auch die Frage der dauerhaften Finanzierung des laufenden Betriebs. In den vergangenen Jahren lagen die Kosten rechnerisch bei bis zu etwa 40 Euro pro Badegast. Selbst bei einer moderaten Anpassung der Eintrittspreise könnte nur ein Teil der laufenden Betriebskosten über die Eintrittsgelder abgefangen werden, sodass weiterhin in jeder Saison ein erheblicher Zuschuss aus dem städtischen Haushalt erforderlich wäre. 

Alternatives Schwimmangebot im Hallenbad

Der Stadt Hallenberg ist sich bewusst, dass diese Entscheidung für viele Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste eine Enttäuschung darstellt. Das Naturbad ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Freizeitangebots. Umso wichtiger ist es den politischen Entscheidungsträgern, auch in diesem Jahr ein verlässliches Alternativangebot bereitzustellen.

Als Alternative wird das städtische Hallenbad in den Sommermonaten weiterbetrieben. Das Bäderpersonal arbeitet bereits an einem angepassten Betriebskonzept mit angepassten Öffnungszeiten im Hochsommer. Darüber hinaus sind besondere Veranstaltungen geplant, um das Angebot auch während der Sommerzeit attraktiv zu gestalten. Ziel ist es, mit dieser Alternative weiterhin ein Angebot zum Schwimmen und zur Freizeitgestaltung zu bieten.

Die Stadt Hallenberg bittet alle Bürgerinnen und Bürger, sowohl die regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer des Badeangebots, als auch die Nicht-Nutzerinnen und Nutzer um Verständnis für die getroffene Entscheidung. Die Abwägung erfolgte im Interesse der gesamten Stadtgemeinschaft. Ziel bleibt es, eine langfristig tragfähige, wirtschaftlich vertretbare und für alle Bürgerinnen und Bürger ausgewogene Lösung für das Freizeit- und Badeangebot in Hallenberg zu entwickeln.

Weitere Informationen, insbesondere zu den erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und den Besucherzahlen der vergangenen Jahre, sind der zugrunde liegenden Verwaltungsvorlage zu entnehmen, die im Rahmen der öffentlichen Ratssitzung vorgestellt wurde. Sie ist über das Ratsinformationssystem der Stadt Hallenberg unter http://www.stadt-hallenberg.de/ris abrufbar. 

nach
oben