Ziel des Vorhabens ist es, den tatsächlichen Wildbestand auf den städtischen Waldflächen und darüber hinaus möglichst genau zu erfassen. Um eine möglichst belastbare Datengrundlage zu erhalten, waren insbesondere die Vorstände der angrenzenden Jagdgenossenschaften, Landesforstämter aus NRW und Hessen sowie grundbesitzende Nachbarkommunen und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu der Veranstaltung eingeladen. Ziel war es, über das Projekt zu informieren, damit die Möglichkeit zu schaffen, eine Beteiligung ihrer Flächen zu prüfen. Denn je größer das erfasste Gebiet ist, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse, da insbesondere Rotwild zu den wandernden Tierarten zählt.
Neben Rotwild sollen auch weitere Tierarten wie Rehwild, Muffelwild, Schwarzwild ggf. bis zum Hasen erfasst werden. Besonders Reh- und Muffelwild können, ebenso wie Rotwild, durch Verbiss und Schälschäden erhebliche Auswirkungen auf die Waldentwicklung haben.
Ein angepasster Wildbestand ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines klimaresilienten Waldes. Die geplante Drohnenbefliegung soll dabei helfen, eine fundierte Datengrundlage zu schaffen, auf deren Basis weitere Maßnahmen geplant werden können. Zum Einsatz kommen Drohnen mit hochauflösenden Kameras, die auch aus rund 100 Metern Höhe detaillierte Aufnahmen ermöglichen. Zusätzlich sind Infrarotkameras integriert, mit deren Hilfe Wildtiere zunächst lokalisiert und anschließend gezählt werden können.
Als Dienstleister für die Befliegung wurde die Dresdner Firma OGF ausgewählt. Mitarbeiter Robert Friedrich stellte in einer anschaulichen Präsentation die technischen Möglichkeiten und Vorteile der Methode vor. Durch die Flughöhe der Drohnen wird das Wild kaum oder gar nicht beunruhigt oder beeinträchtigt.
In einem einführenden Vortrag erläuterte die städtische Revierleiterin Antje Krohne-Riedesel die Bedeutung eines solchen Monitorings für eine nachhaltige Waldentwicklung. Sie appellierte an die anwesenden Jagdgenossen, Grundeigentümer, Jagdpächter und Forstleute, sich an dem Projekt zu beteiligen, um möglichst repräsentative und belastbare Ergebnisse zu erzielen. Ziel sei es, die häufig emotional geführte Diskussion über jagdliche Themen stärker auf eine sachliche und faktenbasierte Grundlage zu stellen.
Die anschließende Diskussion zeigte, dass das Thema umfassend und verständlich dargestellt wurde. Offene Fragen konnten durch den Referenten der Firma OGF beantwortet und mögliche Bedenken ausgeräumt werden
„Die gelungene Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig Transparenz und ein offener Umgang – auch mit schwierigen Themen – für unsere Region, die Stadt und vor allem die Bürgerinnen und Bürger sind.“, sind sich Bürgermeister Enrico Eppner und Forstbetriebsleiter Dirk Zimmermann einig. Beide betonten, dass die Stadt auch künftig umfassend über das Thema informieren werde.
Die Drohnenbefliegung ist voraussichtlich für den Winter beziehungsweise das Frühjahr 2027 geplant, da in dieser Zeit aufgrund des fehlenden Laubes die besten Sichtbedingungen im Wald bestehen. Die gewonnenen Daten sollen anschließend als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen.
Die Bevölkerung wird rechtzeitig über die Durchführung der Befliegung informiert. Zudem hat die beauftragte Firma bereits zugesagt, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gruppen die Drohnenbefliegung vor Ort verfolgen können.